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14.06.2017, Slawik Prokop

6 Deutsche Meistertitel für die MTV-Kumitekämpfer


Erfurt - Bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend, Junioren und U21 kämpften über 900 Nachwuchskarateka in der Leichtathletikhalle in Erfurt um den Titel des Deutschen Meisters. Sechs Athleten vom MTV Ludwigsburg konnten sich diesen Traum erfüllen. Dazu kamen noch Silber und Bronze für das Jungen und Damen Team. Bemerkenswert war vor allem, dass die Schützlinge des Heimtrainers Köksal Cakir damit so viele Goldmedaillen holten wie der Landesverband Thüringen, der auf dem zweiten Platz der Länderwertung hinter Baden-Württemberg im Medaillenspiegel landete.

Über 10 Wochen lang, hatte Trainer Cakir seine Athleten auf die Deutsche Meisterschaft vorbereitet. Bei mehrtägigen Trainingscamps wurde im Karate-Landesstützpunkt Ludwigsburg zusammen geschwitzt, gelitten und gekämpft, mehrere Stunden am Tag, vier- bis fünfmal wöchentlich. Bereits bei den Vorbereitungs- und Qualifikationsturnieren in Hessen und Rheinland-Pfalz konnten die Ludwigsburger Ihren Trainingsfleiß in Platzierungen ummünzen und auch im Rahmen der Landeskadermaßnahmen präsentierte sich das Team vom MTV in hervorragender Verfassung.

Am Wettkampftag wurden die Athleten von Köksal Cakir und Svjatoslav Prokop auf den Wettkampfflächen betreut. Das Betreuerduo eilte von Kampffläche zu Kampffläche, um die Athleten, die zum Teil parallel kämpften vor und während dem Kampf zu unterstützen. Keine leichte Aufgabe, so Prokop. „Wir versuchen natürlich, dass alle unsere Athleten von einem von uns betreut werden. Keiner soll während dem Kampf ohne Unterstützung dastehen. Dann kommt es vor, dass man einen wichtigen Sieg gegen einen starken Gegner nicht mit dem eigenen Athleten feiern kann, da man quer durch die Halle zur nächsten Begegnung laufen muss. Aber wir haben das super koordinieren können und das Resultat sieht man jetzt“.

Anna Miggou startete in der Kategorie U21/-61 kg, eine klasse, die sie seit Jahren dominierte. Als Mitglied des Olympiakaders 2020 waren natürlich viele Augen auf sie gerichtet, aber diesen Druck meisterte die mehrfache Europameisterin mit Bravour. Ohne große Probleme, mit Ausnahme des Halbfinalkampfes, eilte die 20-jährige von Sieg zu Sieg und erreichte das Finale. Auch hier zeigte Anna keine Blöße und sicherte sich den zweiten Meistertitel nach der Leistungsklasse in diesem Jahr. Der Fokus der angehenden Polizeibeamtin liegt jetzt auf der Olympiaqualifikation, die mit dem nächsten Turnier in Spanien auf sie zukommt.

Auch Lisa-Maria Schaupp hat den Traum Olympia im Kopf. Als einer der erfolgreichsten Nachwuchsathleten Deutschlands musste sie sich in ihrer Klasse Junioren/+59 kg gegen namhafte Konkurrenz beweisen. Mit ihrer unglaublichen Athletik gepaart mit schnellen Kombinationen kämpfte Lissy sich von Runde zu Runde an vielen ehemaligen Deutschen Meistern vorbei. Am Ende des Wettkampftages stand sie im Finale der Freudenstädterin Fatlinda Morina entgegen, mit der sie im Team Ludwigsburg-Freudenstadt (Lisa-Maria Schaupp, Zita Hetzer, Fatlinda Morina, Lea Mayer, Nele Häuselmann) zuvor den 3. Platz im Teamwettbewerb errang. Die beiden Athletinnen tasteten sich die ersten Minuten ab, wussten sie doch von den Stärken der jeweils anderen aus dem gemeinsamen D-Kader-Training. Kurz vor Schluss zeigt Morina Nerven, so dass Lissy sich den entscheidenden Punkt und damit den Sieg sichern konnte. Mit dem Meistertitel hat Lissy auch beste Chancen, bei der kommenden Junioren WM dabei zu sein.

Für Luca Kesel erfüllte sich an diesem Wochenende ein Traum. Hatte er bisher immer wieder Pech bei den großen Meisterschaften und scheiterte kurz vor dem Podest, sollte es an diese Tag ganz anders laufen. Seine explosiven Angriffe konnte er mit einer guten Bein- und Deckungsarbeit kombinieren, um den ein oder anderen Favoriten aus dem Turnier zu werfen. Bei seinem Einzug ins Finale zeigte er großes Durchhaltevermögen, da er umstrittenen Kampfrichterentscheidungen trotzen musste. Der Lohn für den guten Wettkampftag holte Luca sich im Finale ab, als er ein Mitglied des Nationalteams besiegte und sich zu Recht feiern ließ. Als Team Ludwigsburg-Mainhardt (Luca Kesel, Tim Steiner, Jeronim Etemi, Lauryl Azoo und Ahmed Shannon) qualifizierte sich Luca ebenfalls fürs Finale. Jedoch hatten die württembergischen Jungs hier das Nachsehen gegen die Auswahl von Berlin.

Am Sonntag gingen dann die Wettbewerbe der Altersklasse Jugend los.
Lilly Günther hatte sich nach zwei Finalteilnahmen in Folge das Ziel gesetzt erneut nach 2015 den Titel mit nach Hause zu nehmen. Gegen ihre Explosivität und Aggressivität fanden ihre Kontrahentinnen kein Konzept und mussten schnell die Segel streichen.
Im Vorfeld des Turniers hatte der Jugend-Bundestrainer die Teilnahme auf die Jugend Weltmeisterschaft in Aussicht gestellt, sollte Lilly sich auf der DM entsprechend präsentieren. Mit dem Erreichen des Finales zeigte Lilly, dass kein Weg an ihr vorbeiführt. Gegen ihre Finalkontrahentin aus Berlin wusste der Ludwigsburger Shootingstar erneut zu überzeugen und sicherte sich den 1. Platz in ihrer Kategorie Jugend/-47kg.

Seinen ersten deutschen Meistertitel erkämpfte sich Felix Flasch in der Kategorie Jugend/-45kg. Über Landesturniere in ganz Deutschland ging der Weg des 13-Jährigen an die nationale Spitze. Akribisch sammelte Felix als einer der jüngsten seiner Gewichtsklasse Punkt für Punkt und qualifizierte sich für das Finale. Hier ging er als Underdog in den Kampf, sicherte sich aber mit einem Schlag zum Kopf den ersten Punkt. Noch bevor sein Gegner diese Überraschung realisierter folgte schon der zweite Punkt für Felix. Diesen Vorsprung hielt Felix bis zum Ende des Kampfes und wurde zum allerersten Mal Deutscher Meister.

Als letzter im Bunde war es dann Konstantinos Papastergios, der sich über die Goldmedaille in der Kategorie Jugend/+70kg freuen durfte. Mit zwei Meistertiteln aus den letzten zwei Jahren startete Kosta mit einer Menge Selbstvertrauen in sein Turnier. Souverän setzte er sich Runde für Runde durch und erreichte zum dritten Mal in Folge das Finale der „schweren Jungs“. „Kosta war unfassbar. So cool, so unbesorgt wie er in die Kämpfe ging. Dann steht er da, schlägt zum Kopf oder haut einen Fuß raus. Als wäre es das Normalste der Welt die anderen zu dominieren“, schwärmte Meistertrainer Cakir über seinen Schützling. Mit einem ungefährdeten Sieg komplettierte Kosta das Sextett der Deutschen Meister vom MTV Ludwigsburg.

Nach dieser überaus erfolgreichen Meisterschaft geht es für die Karateka aus Ludwigsburg über verschiedene Wege weiter. Die einen bereiten sich auf die Weltmeisterschaften im Herbst vor, die anderen haben über den Sommer hinweg eine kleine Regenerationsphase, bevor nach den Sommerferien das Training wieder anfängt.
Aber alle, Athleten und Trainer, sind sich bewusst, welche großartige Leistung sie an diesem Wochenende in Erfurt vollbracht haben.


 
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